Was bedeutet…? Die wichtigsten Begriffe rund um Video-on-Demand

Wer in die schier endlosen Weiten der Video-on-Demand Galaxien eintaucht, wird sich sehr schnell mit diversen Fachbegriffen und Abkürzungen auseinandersetzen müssen. Die wichtigsten Begriffe aus dem Video-on-Demand Bereich sind hier einmal zusammen getragen und kurz erklärt, um Euch ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.

Allgemeines

Video-on-Demand (VoD)

Video-on-Demand bedeutet Video auf Anforderung oder Abruf. Wie der Name schon sagt bezeichnet VoD die Möglichkeit, den Lieblingsfilm oder die Lieblingsserie anzusehen, wenn einem gerade danach ist – unabhängig von Sendezeit und Sender. Für viele, mich eingeschlossen, ist VoD das Fernsehen der Zukunft und ersetzt bei mir schon über 80% des linearen TV Konsums.

Streaming

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten VoD für sich zu nutzen. Die gängigste und auch verbreitetste ist das „Streaming„. Hier werden die Daten eines Films oder oder einer Serie beim Anbieter heruntergeladen und direkt wiedergegeben – die Daten werden nicht lokal gespeichert.
Dies geschieht mit den Anbieter-Apps, die für fast alle gängigen Wiedergabegeräte verfügbar sind. Egal ob direkt am TV Gerät, Smartphone, Tablet, Spielkonsole oder an einem anderen unterstützten Gerät.

Listen mit den unterstützten Endgeräten findet Ihr bei den Streaming-Anbietern.

Diese Art der Wiedergabe setzt allerdings eine Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite voraus. Reicht diese nicht aus, gibt es bei der Wiedergabe Pausen, in denen die Daten für die Wiedergabe erst heruntergeladen werden müssen. Als Orientierung gilt: eine Bandbreite von 6 Mbit / Sekunde sollte mindestens verfügbar sein, um Inhalte möglichst ohne Unterbrechung in ordentlicher Qualität zu streamen. Möchte man Inhalte in HD oder gar UHD Qualität streamen, benötigt man natürlich eine entsprechend hohe Bandbreite.

Informationen zu den benötigten Bandbreiten findet Ihr bei den Streaming-Anbietern.

Video Download / progressiver Download

Im Gegensatz zum Streaming werden die Daten eines Films oder einer Serie vor der Wiedergabe heruntergeladen und auf dem Endgerät als kopiergeschützte Datei gespeichert. Die Wiedergabe kann somit ohne bestehende Internetverbindung erfolgen. Nach diesem Prinzip funktioniert auch der „Offline-Modus“ diverser Anbieter.

Beim progressiven Download kann bereits mit der Wiedergabe begonnen werden, noch während die Daten heruntergeladen werden.

Preis- und Tarifmodelle

Legale Film- und Serienangebote sind in der Regel kostenpflichtig. Und natürlich gibt es auch hier diverse Abkürzungen, die die jeweiligen Modelle beschreiben.

TVoD

TVoD steht für Transactional-Video-on-Demand. Dahinter verbirgt sich das „Ausleihen“ eines bestimmten Titels. Für einen Betrag „X“ kann man den Titel einen bestimmten Zeitraum lang so oft ansehen, wie man möchte. In der Regel sind dies 48 Stunden.  Nach dieser Zeit muss der Titel dann erneut „geliehen“ werden. Eine weitere gängige Bezeichnung für TVoD ist „Pay per View„, also zahle für das Ansehen.

SVoD

SVoD bedeutet Subscription-Video-on-Demand, und ist das s.g. Abo-Modell. Hier können für einen festen monatlichen Betrag Filme und Serien kostenfrei, und so oft man möchte, angesehen werden. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind Netflix, Amazon Prime und das maxdome Monatspaket.

DTO

DTO bedeutet Download-to-Own, und bezeichnet den Kauf eines Films oder einer Serie. Entgegen der vermeidlichen Bezeichnung wird der Film oder die Serie nicht heruntergeladen und man besitzt sie auch nicht, wie bspw. eine DVD oder Blu-ray. Der Inhalt verbleibt nach wie vor beim Anbieter. Man hat jedoch die Möglichkeit den Titel so oft anzusehen wie man möchte. Falls ihr einmal über die Bezeichnung ESTEletronic-Sell-Through“ stolpern solltet… Dies ist eine weitere Bezeichnung für DTO.

AdVoD

AdVoD steht für Advertiser-supported-Video-on-Demand. Die hier angebotenen Filme ud Serien sind kostenlos nutzbar, werden aber durch Werbeblöcke finanziert, die während der Wiedergabe eingeblendet werden. Ein bekanntes Beispiel ist hier netzkino.de.

Catch up

Catch up bezeichnet die Bereitstellung eines TV-Inhalts in einer Mediathek, oder bei einem VoD Anbieter. In der Regel sind dies Serienfolgen, Talk- und Gameshows oder Nachrichten. Diese sind dann meist für 7 Tage nach Ausstrahlung online jederzeit abrufbar.

Begriffe bei Inhalten

Viel häufiger als die Preismodelle werdet Ihr bestimmte Abkürzungen bei den Inhalten finden. Und das sind die wichtigsten:

OV

OV bedeutet Original Version. Filme und Serien in OV sind somit unsynchronisiert in der Originalsprache vorhanden, in der sie gedreht wurden. Es lohnt sich durchaus mal die OV-Option zu testen. Oftmals wirken Charaktere mit den Originalstimmen viel authentischer als mit Synchronstimmen.

OmU

OmU steht für Original mit Untertiteln. Also genau wie bei OV sind Audioinhalte in der Originalsprache vorhanden, aber mit übersetzten Untertiteln ausgestattet. Wer also der Originalsprache nicht so mächtig ist, kann so mitlesen. Außerdem ist dies eine hervorragende Option für hörgeschädigte Zuschauer, die so in den vollen Genuss eines Films oder einer Serie kommen.

Uncut

Uncut Versionen, also ungeschnittene Versionen beinhalten Szenen, die in der TV- oder Kinoversion fehlen, also herausgeschnitten wurden.

Unrated

Unrated Versionen sind im VoD Bereich eher selten, aber dennoch findet man sie hin und wieder. Diese Filme oder Serien haben noch keine FSK Freigabe. Demnach sind Szenen, die einer Altersbeschränkung unterliegen würden, noch enthalten.

SD / HD / UHD (4K)

Diese Abkürzungen verraten Euch, in welcher Qualität der Film oder die Serie zur Verfügung stehen. SD bezeichnet die Standard-Qualität. Diese ist in etwa vergleichbar mit dem analogen TV Empfang. Bei großen Wiedergabegeräten (Smart-TVs) kann das Bild dadurch jedoch „unscharf“ oder „pixelig“ erscheinen.

Deutlich besser ist die HD Qualität. HD steht für High-Definition und bietet auch bei großen Wiedergabegeräten ein scharfes und klares Bild. Die meisten Inhalte bei den VoD-Anbietern stehen in HD-Qualität bereit.
Sollte die Bandbreite des Internetanschlusses zu gering sein, wechselt die Wiedergabe automatisch von HD in den SD-Modus, um Puffer-Pausen (Buffering) zu verhindern.

Wer es noch schärfer braucht – oder will – der wird die UHD-Inhalte favorisieren. UHD (oder auch 4K) bedeutet Ultra-High-Definition, und ist derzeit nur bei wenigen Titeln im VoD-Bereich verfügbar. Netflix und Amazon haben einige Eigenproduktionen in UHD im Programm.

UHD ist aber im Kommen! Weitere Anbieter, wie bspw. Sky, haben angekündigt, dass Programm mit UHD-Angeboten zu erweitern. Wer UHD streamen möchte benötigt jedoch zum einen einen UHD-fähigen Fernseher, und eine „dicke Internetleitung“. Netflix empfiehlt für die Wiedergabe von UHD Titeln eine Bandbreite von mind. 25 Mbit / Sekunde!

Die Fieslinge im VoD Bereich

Die beiden kommenden Begriffe sind wahre Fieslinge! Beide findet man vorwiegend in Foren oder auf Seiten, die Film- oder Serienrezessionen und Kritiken enthalten. Was ich meine? Diese Begriffe hier:

Cliffhanger

Ein Cliffhanger beschreibt ein Film- oder Serienende mit „offenem Ausgang“. Im Idealfall muss der Zuschauer bis zur nächsten Serienstaffel warten, in der die Geschichte fortgesetzt wird. Im schlimmsten Fall gibt es keine Fortsetzung mehr, und man weiß im Grunde nicht, wie es nun wirklich zu Ende geht.

Den wohl größten und fiesesten Cliffhanger in aktuellen Serien gibt es wahrscheinlich bei „The Walking Dead Staffel 6“. Hier waren sich die Serienmacher selbst noch nicht schlüssig, wie es mit den Charakteren weiter geht, und haben kurzerhand 7 verschiedene „Endszenen“ der 6. Staffel gedreht, um dies zu Beginn der 7. Staffel fortzuführen. Als Zuschauer wartet man nun natürlich um so mehr auf die Fortsetzung, um die 6. Staffel endlich abschließen zu können.

Habt Ihr gerade bemerkt, was ich im letzten Abschnitt beschrieben habe? Das bringt mich nämlich direkt zum nächsten Fiesling, dem…

Spoiler

Als Spoiler bezeichnet man eine Zusammenfassung oder einen Bericht, der das Ende eines Films / einer Serie oder eine Schlüsselszene verrät. Das ist natürlich gemein, wenn man etwas über eine Serie nachlesen will, und man so schon das Ende erfährt. Im Gegensatz zu Cliffhangern liegen Spoiler bei den Autoren oder Schreibern, die natürlich genau mit solchen Texten zu Diskussionen anregen möchten.

Couchmonauten.de ist Spoilerfrei! Es ist schwer nicht zu spoilern, da man, wie gesagt, die besten Diskussionen beginnen kann. Fairerweise sollte man als Autor auf einen Spoiler hinweisen, und dem Leser die Entscheidung einräumen nicht weiter zu lesen, wenn man das Ende nicht erfahren möchte.

Community – und allgemeine Abkürzungen

Neben den Fieslingen werden in Foren und Communitys noch weitere Begriffe verwendet. Kennen solltet Ihr beispielsweise:

„Binge-Watching“ oder „Bingen“

Mit Binge-Watching (oder Bingen) ist gemeint, mehrere Folgen einer Serienstaffel (oder gar eine ganze Staffel) am Stück anzusehen. „Bingen“ stellt sich bei guten, fesselnden und spannenden Serien meist ganz allein ein. Es ist viel schwieriger aufzuhören, als noch eine weitere Folge „ranzuhängen“. Kennt man, oder?

Prequel

Für die Bedeutung des Wortes „Prequel“ verwende ich einmal die Beschreibung von Wikipedia, da sie den Begriff mit wenigen Worten auf den Punkt erklärt.

Der englischsprachige Begriff Prequel ([ˈpriːkwəl]; Kofferwort aus dem Präfix pre- „vor“ und sequel „Folge, Fortsetzung“) bezeichnet eine Erzählung, die als Fortsetzung zu einem Werk erschien, deren Handlung aber in der internen Chronologie vor diesem angesiedelt ist.

Quelle: Wikipedia

Ein aktuelles Beispiel für ein Prequel ist „Star Trek Discovery“. Das Netflix Original wird gerade gedreht, und kommt Anfang 2017 ins Netflix Programm. Erzählt wird aber die Geschichte vor der Zeit, in der Cpt. Kirk seine Weltraumabenteuer bestritt.