Aus für Watchever: Der Vorhang fällt am 31.12.2016



Vivendi reagiert mit dem Ende des VoD Anbieters Watchever auf wachsenden Druck von Amazon, Netflix und maxdome in Deutschland

Der Druck auf Watchever war letztendlich zu groß – der französische Medien-, und Watchever Mutterkonzern Vivendi, tritt mit der Schließung des Watchever Angebots auf die Notbremse. Der Druck der Konkurrenten Amazon, Netflix und maxdome ist auf dem deutschen Markt sei einfach zu groß. Diese Meldung war gestern auf mehreren Online-Plattformen zu lesen. Eine offizielle Stellungsnahme seitens Watchever / Vivendi liegt uns derzeit nicht vor.

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Ein Rückblick

Anfang 2013 startete Watchever als erster VoD Anbieter mit dem „Flatrate Modell“ auf dem deutschen Markt. Alle Filme und Serien im Programm waren im Preis inbegriffen. Der damals einzige Konkurrent maxdome hatte zu diesem Zeitpunkt noch recht teure Abos, bei denen die meisten Filme und Serien zudem noch kostenpflichtig waren. Erst später, im August 2013, brachte maxdome das Monatspaket auf den Markt, das genau wie Watchever, Filme und Serien in der Flatrate anbot.

September 2013 – herber Rückschlag für Watchever

Im September hatte Watchever die erste „echte Bewährungsprobe“ zu bestehen, als die Server nach einer groß angelegten Werbekampagne mit Til Schweiger zu einem Ansturm auf den VoD Anbieter führten, und damit die digitale Infrastruktur in die Knie zwang. Ein herber Rückschlag für den damaligen VoD Neuling, der damit viel Kritik und Spott über sich ergehen lassen musste.

Watchever ist „Offline Pionier“

Nach dem technischen Fauxpas war es ausgerechnet Watchever, der den „Offline Modus“ für VoD Inhalte für alle gängigen mobilen Betriebssysteme einführte. Einfach Lieblingsfilm oder Serie herunterladen und ohne Internetverbindung binnen 48 Stunden ansehen. Eine echte Revolution zur damaligen Zeit auf dem VoD Markt.

Amazon, maxdome und Netflix drängen auf den Markt

Das einstige Zugpferd, das Flatrate-Modell, ist nach dem Launch des maxdome Monatspakets im August 2013 und dem Launch des Amazon „Prime“ Video Dienstes im Februar 2014, kein Alleinstellungsmerkmal mehr für Watchever. Beide großen Mitbewerber bieten nun eine große Auswahl an Filmen und Serien im Flatrate-Modell an. Amazon sogar zu einem Jahrespreis von 49,00 Euro, inkl. der Prime-Versandkostenvorteile. Zudem ist das Angebot an Filmen und Serien bei maxdome und Amazon aktueller und umfangreicher als bei Watchever.

Als dann im September 2014 auch noch der US VoD Riese Netflix auf den deutschen Markt stürmt, war das Schicksal für Watchever schon irgendwie besiegelt. Netflix hat mit einer großen Auswahl und grandiosen Eigenproduktionen viele Kunden werben können, die bereits bei Watchever Kunde waren, oder zu dem Zeitpunkt auch noch Kunde sind.

Content first – Watchever hinkt

Das größte Problem, und wahrscheinlich auch DER Grund für das Aus von Watchever, wird der Inhalt sein, der bei Watchever angeboten wird. Große Rechtedeals gehen an die Konkurrenten, die sich damit exklusive und neue Inhalte für das eigene Programm sichern, und somit ihre Kunden binden und neue Kunden locken. Watchever hat zu wenig Neuheiten im Programm. Stattdessen wird auf Sparten wie Musik und Konzerte, oder Dokumentarfilme gesetzt. Zu wenig für den „verwöhnten“ VoD Kunden.

Aktuelle Blockbuster suchte man bereits zum Start des Dienstes vergeblich. Dennoch war das Angebot zum Start breit gefächert und bot viel Content für jeden Geschmack. Doch leider verpasste man den Anschluss an die Wettbewerber, und hinkte immer zwei Schritte hinterher.

Auch die Neustrukturierung des Angebots im vergangenen Jahr konnten den gewünschten positiven Effekt nicht erbringen. Im Grunde war zwar optisch alles neu und besser, aber der Inhalt, der dem Kunden angeboten wurde eben nicht.

Zusammengefasst

Nur knapp vier Jahre hat Watchever auf dem deutschen VoD Markt mitgemischt. Auch wenn Watchever mit einigen Neuerungen, wie der Flatrate und dem Offline-Modus Pionier der Branche war, war der fehlende Inhalt und das Fehlen von exklusiven Inhalten mit entscheidend für das Aus.

Noch ein persönliches Wort zum Abschluss

Ich selbst war „Kunde der ersten Stunde“ bei Watchever, weil mich eben genau das Konzept von Watchever damals überzeugt hat. Die Flatrate, die Vertragslaufzeit mit der monatlichen Kündigungsfrist, und der damals moderate Preis von 7,99 € monatlich gingen völlig in Ordnung. Auch das Startangebot an Filmen und Serien war recht gut.

Doch wie viele andere Kunden auch, erlag ich der Verlockung von Netflix und Co. Hier wurde für die selben Rahmenbedingungen einfach mehr geboten. Die Entwicklung bei Watchever – also die Auswahl an Filmen und Serien – hat mich letztendlich Anfang letzten Jahres dazu bewogen, meinen Account zu kündigen. Schade, es war ein toller Start mit Watchever, aber es gab auch zu viele Versäumnisse, die die Kunden rigoros bestraft haben.

Quellen:

Woher ich all diese Fakten habe? Nun, bevor ich mich den Couchmonauten ergeben habe, habe ich einen kleinen Blog zu diversen Themen geschrieben (ACHTUNG: Der Blog wird nicht mehr fortgesetzt). Unter anderem auch zu den Beginnen meiner VoD Sucht. Hier ein paar Quellen, die ich für diesen Artikel genutzt habe:

Aus für Watchever: Der Vorhang fällt am 31.12.2016
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Hier stimmt was nicht?

Die Verfügbarkeit und Preise entsprechen dem Stand vom 23. Jul 2016.
Leider werden Inhalte aus Lizenzgründen (vorübergehend) aus dem Programm genommen, oder die Preise ändern sich.
Darauf habe ich natürlich keinen Einfluss... Checkt bitte vorher auf der/den Seite/n des/der Anbieter die Verfügbarkeit und Preise des beschriebenen Titels, da diese u.U. von hier beschriebenen Konditionen abweichen können!
Vielen Dank und viel Spaß beim Couchen!

Thomas

Film- und Serien-Junkie, vorzugsweise aus den Rubriken "Action", "Crime", "Sience Fiction" und "Drama". Gern auch mal eine Komödie oder tiefgründige und anspruchsvolle Unterhaltung. Aber am liebsten laut und schnell. :)

Psst... Das darf auch gern mit dem Rest der Galaxie geteilt werden!

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