Angesehen: Narcos – Staffel 2



In der zweiten Staffel des Drogendramas „Narcos“ dreht sich der Spieß plötzlich um und Pablo wird vom Jäger zum Gejagten…

Dieser Text kann Spoiler enthalten, also rate ich jedem, der die Serie noch nicht gesehen hat, später wiederzukommen.

Wobei Netflix selbst ja den ultimativen Spoiler selbst in die Welt gesetzt hat. Als Wagner Moura, der Schauspieler Escobars, nämlich im Juni in der Netflix eigenen Talkshow „Chelsea“ zu Gast war, ließ er die Bombe platzen und plauderte einfach so aus, dass Pablo in dieser Staffel sterben würde. Doch dahinter steckte eine geschickte Marketing-Strategie und schon bald hagelte es auf Twitter #PabloDies Hashtags. Dann war die Frage nicht mehr, ob Escobar sterben würde, sondern wie.

Dabei ist bei Serien, die von wirklich existierenden Figuren handeln doch meist Wikipedia bzw. Google der Spoiler. Oder noch besser: Die Realität selber. Vielleicht überlesen auch viele den Textblock am Anfang jeder Folge, in dem klar darauf hingewiesen wird, dass die Serie von echten Personen handelt. Oder hat wirklich ernsthaft noch jemand gedacht, Pablo lebt heute noch?! Aufgrund des großen Spoiler-Aufschreis musste ich mir schon vor der Veröffentlichung häufig an den Kopf fassen. Aber genug von dieser Thematik.

Wie schon erwähnt, wendet sich in der zweiten Staffel das Blatt und alle möglichen Leute wollen Pablos Kopf. Da wäre zum Beispiel Präsident Gaviria, welche nun keine Kompromisse und Deals mehr eingeht. Unsere zwei DEA-Agenten Murphy und Pena sind mit vielen neuen Bossen und Vorgesetzten auch wieder mit von der Partie. Allen voran steht aber die Todesschwadron „Los Pepes“, welche ausschließlich zur Ermordung Pablos gegründet wurde. Mit höchst brutalen Mitteln setzen sie dieses Ziel durch und werden dabei von den Bürgern und der Regierung weitestgehend toleriert. Denn alle haben das gleiche Ziel: Pablo muss sterben!

Diese Kugel hätte ihn töten sollen - © Netflix
Diese Kugel hätte ihn töten sollen – © Netflix

Während die zweite Staffel fast schon dokumentarisch daher kam und eine Zeitspanne von fast 10 Jahren abarbeitete, so scheint die zweite Staffel fokussierter. Dadurch weiß sie mir auch mehr zu gefallen, da weniger Handlungsstränge erzählt werden, dafür aber auch genauer. Jemand der davon mehr als alle anderen profitiert ist die Figur „Tata“, Pablos Frau. In Staffel 1 tauchte sie nur in ein paar Szenen auf und man bemerkte sie kaum. In dieser zweiten Staffel aber steigert sich ihre Screentime und die Schauspielerin Paulina Gaitán kann ihr Talent in emotionalen Aufnahmen unter Beweis stellen.

© Netflix
© Netflix

Wo wir gerade beim Cast sind, so liefert Wagner Moura als Drogenkönig Pablo Escobar wieder die beeindruckendste Leistung ab. An manchen Stellen ertappt man sich dabei, Mitleid für ihn zu entwickeln, trotz den Taten, die er begangen hat. Pedro Pascal steigert sich auch nochmal, außerdem genießt er bei Serien-Fans den Game of Thrones Bonus. Es gibt aber auch einen Fehlgriff, Boyd Holbrook als Steve Murphy. Dieser ist eigentlich Model und das merkt man ihm schauspielerisch sehr an. Anscheinend wurde er nur ausgewählt, weil er aussieht wie der echte Murphy, ansonsten macht diese Auswahl für mich keinen Sinn. Und so sticht er aus der sonst so tollen Besetzung negativ heraus.

Kolumbien bietet wie gewohnt eine fantastische Kulisse und der lateinamerikanisch angehauchte Soundtrack weiß auch zu gefallen.

Aber wie geht es nun weiter? Nach Pablos Tod wurde vermutet, dass die Serie nach zwei Staffeln zu Ende sei, aber die Enthüllung, dass eine dritte und sogar vierte Staffel bestellt wurde, überraschte viele. Der Produzent der Serie spielte Escobar als Hauptfigur der Serie herunter und betonte, dass es keine Serie über Pablo, sondern eine Serie über Drogen im Allgemeinen sei und, dass Drogen nach dem Tod Pablos nicht verschwunden seien. Damit hat er wohl Recht und es wurde spekuliert, dass in den nächsten Staffeln Javier Pena versuchen wird, das Cali-Kartell zu zerschlagen. Da diese Serie aber auch geschichtlich korrekt ablaufen muss, wurden zur Bekämpfung des Kartells zwei neue Schauspieler verpflichtet, welche als DEA-Agents unter den Originalnamen der echten Agents damals in Erscheinung treten werden. Damit war es das wohl mit einem Großteil des Casts der ersten zwei Staffeln und nur das Cali-Kartell bleibt Narcos erhalten.

Werden in Zukunft wohl nicht mehr zusammen ermitteln - © Netflix
Werden in Zukunft wohl nicht mehr zusammen ermitteln – © Netflix

Bis dahin ist es aber noch einige Zeit, genug Zeit um sich die ersten beiden Staffeln anzusehen, von mir gibt es eine klare Empfehlung.

 

Angesehen: Narcos – Staffel 2
5 (100%) 4 Stimme(n)


Hier stimmt was nicht?

Die Verfügbarkeit und Preise entsprechen dem Stand vom 02. Nov 2016.
Leider werden Inhalte aus Lizenzgründen (vorübergehend) aus dem Programm genommen, oder die Preise ändern sich.
Darauf habe ich natürlich keinen Einfluss... Checkt bitte vorher auf der/den Seite/n des/der Anbieter die Verfügbarkeit und Preise des beschriebenen Titels, da diese u.U. von hier beschriebenen Konditionen abweichen können!
Vielen Dank und viel Spaß beim Couchen!

Lukas

Fan von US-Serien, vor allem aus der Kategorie Drama. Es darf zwischendurch aber auch gerne mal Comedy sein.

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